14.09.2013: Eröffnung des Biomasseheizkraftwerkes in Steyr

 

Energie AG Oberösterreich und die EVN AG versorgen Steyr seit einigen Monaten mit umweltfreundlicher Fernwärme aus heimischen Wäldern. Herzstück der oberösterreichisch-niederösterreichischen Naturwärme-Partnerschaft ist das Biomasse-Fernheizkraftwerk, das über ein derzeit rund 11 Kilometer langes Fernwärmeleitungsnetz das Stadtgebiet erschließt. Damit können Betriebe und Wohnungen in der drittgrößten Stadt Oberösterreichs umweltfreundlich mit Wärme und Strom aus Biomasse versorgt werden.

 

EVN und Energie AG verwirklichen in Steyr ein Vorzeigeprojekt, das auf erneuerbarer Energie basiert. Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich, Dr. Stephan Pernkopf, Landesrat von Niederösterreich für Umwelt, Landwirtschaft und Energie in Vertretung von Landeshauptmann Dipl.-Ing. Dr. Erwin Pröll, die Vorstandsvorsitzenden von Energie AG und EVN, Dr. Leo Windtner und Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr sowie das ressortzuständige Energie AG-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Kolar, haben heute Samstag mit den Bürgermeistern Gerald Hackl (Steyr) und Mag. Karl Josef Stegh (Behamberg) das Biomasse-Heizkraftwerk offiziell eröffnet.

 

(v.l.): Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner, Energie AG-Vorstandsdirektor Andreas Kolar, Landeshauptmann Josef Pühringer, Landesrat Stephan Pernkopf und EVN-Vorstandssprecher Peter Layr

 

Die Tochterunternehmen der beiden Landesenergieversorger, die Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH und die EVN Wärme GmbH sind Partner in den Unternehmen "Bioenergie Steyr GmbH" und " Fernwärme Steyr GmbH". Die beiden Unternehmen sind das Herz der oberösterreichisch-niederösterreichischen Naturwärme-Partnerschaft für die drittgrößte Stadt Oberösterreichs. "Mit dem Gemeinschaftsprojekt beginnt in Steyr ein neues Energiezeitalter", streicht Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner die Bedeutung des Projektes hervor. Das neue Kraftwerk steht direkt an der Landesgrenze auf den Gemeindegebieten von Steyr (OÖ) und Ramingdorf / Behamberg (NÖ).

 

(v.l.n.r.: Geschäftsführung der Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH Dipl.-Ing. Dr. Josef Füreder und Ing. Mag. Adolf Punz mit Energie AG-Generaldirektor Dr. Leo Windtner)

 

Steyr-Bürgermeister Gerald Hackl (rechts im Bild, links: Energie AG Finanzvorstand Dr. Andreas Kolar) überzeugte sich auch selbst von dem Projekt vor Ort.

Die Bauarbeiten für das neue Biomasse-Fernheizkraftwerk, wurden unfallfrei abgeschlossen, das Kraftwerk liefert nach einem problemlosen Probebetrieb seit Jahresbeginn Fernwärme und Strom für Steyr. Gleichzeitig wurde im Stadtgebiet ein rund 11 Kilometer langes Fernwärmeleitungsnetz errichtet, mit dem die Stadtteile Münichholz, Resthof bis Tabor und Ennsleite erschlossen sind. Der weitere Ausbau des Versorgungsnetzes ist in mehreren Etappen für die kommenden Jahre vorgesehen.Das Gesamtinvestitionsvolumen von Energie AG und EVN beträgt 36 Millionen Euro.

Energie aus umweltfreundlicher, nachwachsender Biomasse

Das neue Fernheizkraftwerk verfügt über eine thermische Leistung von max. 20 Megawatt und eine elektrische Leistung von 5 Megawatt. Die Erzeugung des Kraftwerkes liefert für rund 12.000 Haushalte und Betriebe umweltfreundliche, erneuerbare und CO2-neutrale Wärme zum Heizen und versorgt Industrie- und Gewerbebetriebe mit Prozesswärme. Darüber hinaus wird in dem Biomassekraftwerk elektrischer Strom erzeugt - mit der erzeugten Menge von rund 40 Millionen Kilowattstunden kann der Jahresstrombedarf von weiteren 12.000 Haushalten mit fast 30.000 Einwohnern gedeckt werden.

Mit dem im Heizkraftwerk auf bis zu 120° Celsius erhitzten Wasser werden derzeit zahlreiche Wohnanlagen, aber auch Industrie- und Gewerbebetriebe versorgt. " Die Versorgung mit Fernwärme ist für die Kunden die bequemste, sicherste und umweltfreundlichste Art der Wärmeversorgung", sagt Windtner und verweist darauf, dass gerade im städtischen Bereich aus genau diesen Gründen die Fernwärme bei den Kunden besonders hoch im Kurs stehe.

Standortvorteil: Fernwärme macht BMW-Motorenwerk zur " grünen Fabrik"

Die Möglichkeit Wärme aus sauberen, CO2-neutralen Quellen zu nutzen ist auch für viele Betriebe ein erheblicher Standortfaktor. Als einer der größten Wärmeabnehmer in Steyr konnte das BMW-Motorenwerk gewonnen werden, das seinen Ziel der "grünen Fabrik" nun einen weiteren wesentlichen Schritt näher gekommen ist. Im ersten Ausbauschritt wird bereits ein großer Teil des Gesamtwärmebedarfes des Werks durch umweltfreundlich erzeugte Wärme ersetzt. Es ist dies ein wesentlicher Faktor für die Sicherung des BMW-Standorts Steyr. "Die Nutzung von umweltfreundlicher, klimaneutraler Prozesswärme aus dem Biomassekraftwerk ist auch für den Wirtschaftsstandort Steyr ein wesentlicher Standortfaktor", stellt der für Fernwärmeprojekte zuständige Energie AG-Vorstand Dr. Andreas Kolar fest.

Nutzung von Fernwärme ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz

Eine Schlüsseltechnologie, die Fernwärme so effizient macht, ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Darunter versteht man die gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom. Basis hierfür ist die Verbrennung des Energieträgers Biomasse. Mit der entstehenden Verbrennungshitze wird Dampf zum Antrieb einer Dampfturbine erzeugt, die wiederum den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die beim Prozess entstehende Abwärme wird für das Erhitzen des Wassers im Fernwärmenetz genutzt. "In Steyr sorgt die hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage durch den Einsatz von rund 250.000 Schüttraummeter Hackschnitzel, für eine CO2-Einsparung von rund 43.000 Tonnen pro Jahr", hebt EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr den Umweltaspekt des Fernwärmeprojektes hervor. Der überwiegende Teil der erforderlichen Biomasse stamme zudem aus der Region, was für eine nachhaltige regionale Wertschöpfung sorge. Eingesetzt wird Waldhackgut aus der Durchforstung der heimischen Wälder.

Gleichzeitig wird mit dem Fernwärmeprojekt ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Steyr geleistet. Vor allem Verkehr und das Heizen sorgen in den städtischen Bereichen für eine massive Feinstaubbelastung. Mit dem Einsatz von Fernwärme kann durch die hocheffiziente Produktion sowie dem Einsatz modernster Filter die Entstehung von Feinstaub aber deutlich reduziert werden. Daher ist die Fernwärmenutzung eine nachhaltige Umweltschutzmaßnahme und trägt wesentlich zur Verbesserung der Luftsituation bei.

Projekt unterstützt die Ziele der OÖ. Energiestrategie 2030

Bei der Verbrennung der Biomasse im neuen Heizkraftwerk wird nur so viel Kohlendioxyd (CO2) freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Der Energieträger Biomasse ist somit CO2-neutral und belastet die Umwelt nicht. "Das neue Biomassefernheizkraftwerk leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, aber auch für die Versorgungssicherheit", sagt Oberösterreichs Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

Das Fernwärmeversorgungsprojekt für Steyr von EVN und Energie AG ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung der oberösterreichischen Energiestrategie 2030. In ihr ist als Ziel definiert, bis zum Jahr 2030 die Wärmeversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energieträger umzustellen. "Mit diesem Projekt zeigen EVN und Energie AG, dass sie sich ihrer Rolle als nachhaltige und innovative Energieversorger bewusst sind und gerecht werden", sagt Pühringer.

Biomasse sichert Wertschöpfung am Land und ist Treiber der Energiewende

"Innerhalb von nur fünf Jahren sind die Ausgaben für Energieimporte in Österreich von 9,8 Mrd. Euro auf 17,2 Mrd. Euro in 2012 angewachsen! Das ist ein enormer Devisenabfluss, den wir uns auf Dauer nicht leisten wollen. Das Geld ist in heimischen Projekten zur nachhaltigen Energieversorgung besser angelegt - so wie hier zwischen Behamberg und Steyr. Die Energiewende ist ein Muss für Österreich - auch um den Wirtschaftsstandort abzusichern", sagt der nö. Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.

"Alleine die 600 Nahwärmeanlagen in Niederösterreich sichern mehr als 100 Mio. Euro Wertschöpfung pro Jahr im Land. Im neuen Heizkraftwerk Ramingdorf werden Waldhackgut aus der Region und Restprodukte von Sägewerken umweltfreundlich und CO2-neutral verwertet. Ein sinnvoller Beitrag für die Energiewende! Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg", so Pernkopf.

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